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30.11.2020

Goldener Löwenzahn 2019

Peter Michaeli, Claudia Hamelbeck, Mathilde Schaab-Hench (beide Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels) und Claus Schreiner (v.l.)
Matthias Lotz, Rudi Großmann (Projekt "Sozialwohnungen auf Kirchengrund“, Erlenbach) und Claus Schreiner (v.l.)
Christine Schrappe, Miriam Christof (Projekt „SoulTalk“ der Erlöserschwestern) und Claus Schreiner(v.l.)

Beim Abschlussfest des Münnerstädter Kreises verlieh die Reformbewegung noch einmal drei Goldene Löwenzähne:

1. Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels e.V.
„Wichtig ist uns", so schreiben es die Freunde von Burg Rothenfels,
•    "die freie Entfaltung der Persönlichkeit,
•    die ganzheitliche Prägung des Lebens,
•    die Verantwortung des Einzelnen für sich und für die Gemeinschaft,
•    ein respektvolles Miteinander, auch in Konflikten,
•    das gelungene Feiern von Gottesdiensten und Festen,
•    Freiheit im Denken,
•    Offenheit und Toleranz in der Sinn- und Glaubenssuche.
Entstanden ist daraus ein lebendiger Austausch mit Gesprächen über Generationen, Gesellschafts- und Religionsgrenzen hinweg und eine lebensbejahende Atmosphäre, getragen von vielen Freundschaften.“
(Aus dem Selbstverständnis des Preisträgers)
Die Burg wurde 1919 vom Quickborn (einem katholischen Teil der Jugendbewegung) gekauft. Schon 1933 wurde der Träger der Burg in „Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels“ umbenannt. Vereinszweck ist die Erhaltung der Burg als Ort der Jugend und der Bildung. Heute hat die Vereinigung ca. 1100 Mitglieder. Die Burg gehört dieser Vereinigung und ist unabhängig von staatlichen oder kirchlichen Strukturen und Geldern.
Obwohl die Vereinigung dieses Jahr schon 100 Jahre alt wird, wirkt sie wie eine junge Bewegung. „Wir bewegen uns gern auf reformorientierten Pfaden und im Diskurs der Fragen weltoffener Menschen, die doch ihren Glauben pflegen wollen. Der Zustand der Kirche, nicht nur, aber gerade der katholischen, der Befund „Reformstau“, all das bewegt uns, obwohl wir auf Rothenfels kirchenunabhängig sind. Aber so viele von uns sind kirchlich und in ihren Gemeinden sehr engagiert.“
Anerkennung für einen langen Atem in der Reformbewegung und für ihr kirchenübergreifendes, ökumenisches, sich den Herausforderungen der Zeit stellendes Engagement an die Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels e.V., vertreten durch Claudia Hamelbeck, seit Pfingsten 2019 Vorsitzende, und
Mathilde Schaab-Hench, bis Pfingsten 2019 zwölf Jahre Vorsitzende

 

2. Projekt "Sozialwohnungen auf Kirchengrund“, Erlenbach
Bezahlbaren Wohnraum zu finden ist in Zeiten steigender Mietpreise schwierig, insbesondere für Familien, Senioren, Alleinerziehende, Migranten mit schmalem Einkommen.
„Taten gegen Wohnungsnot“, fordert auch die Caritas: „Wir wollen, dass auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen Aktionen und Maßnahmen gegen Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit. Kirche und ihre Caritas müssen selbst neuen preisgünstigen Wohnraum schaffen.“ Dies hat in vorbildhafter Weise unser Preisträger getan!
Initiiert wurde der Bau von 14 Sozialwohnungen im Erbbaurecht auf Initiative von drei Privatinvestoren und der Kirchenverwaltung St. Peter und Paul, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst waren – genau so wie die Privatinvestoren (die 2,6 Mill. Euro investierten): „Wir sind nicht am schnellen Geld interessiert, sondern an  nachhaltigen Projekten.“
Auf einem 1300 qm großen kircheneigenen Grundstück, zentrumsnah, erfolgte gegen mancherlei Widerstand der Spatenstich im Mai 2017.
Die Kirchenverwaltung St. Peter und Paul hat Mitspracherecht bei der Vergabe der Wohnungen, die ausschließlich an Bewerber mit Sozialberechtigungsschein gehen.
Die diakonische Verantwortung, die Kirche hat, wird hier beispielhaft und an den aktuellen Bedarfen orientiert wahrgenommen – und hat damit Vorbildcharakter für andere Pfarreien – dafür den Goldenen Löwenzahn 2019 an das Projekt "Sozialwohnungen auf Kirchengrund“in Erlenbach.

 

3. Projekt „SoulTalk“ der Erlöserschwestern
Geflüchtete haben hier die  Möglichkeit über das was sie belastet, Kummer und Verletzungen, die sie möglicherweise haben, zu reden. Das Projekt wird von einem festen Team getragen, das langfristig zusammenarbeitet und kontinuierlich intensiv geschult wird. Zwei Psychologinnen stehen für schwierige Fälle zur Verfügung, führen das Team und bieten Supervision an.
Menschen mit Fluchterfahrung im Hier und Jetzt zu stärken, darum geht es. Insbesondere Frauen, die sich oft noch größeren Gefahren auf ihrer Flucht ausgesetzt haben, brauchen Stabilität.
Soultalk ist ein bundesweit einmaliges Projekt. Dass der Bedarf groß ist, zeigen die Zahlen. Seit Projektbeginn 2017 gab es 2312 Einzel- und Gruppen-Beratungen (Stand August 2019).
Das Projekt konnte nur gelingen, weil die Erlöserschwestern eingestiegen sind. Sie finanzierten SoulTalk mit rund einer Viertelmillion Euro pro Jahr. Man hatte gehofft, dass der Freistaat Bayern die Kosten zukünftig übernimmt, aber zwei Anträge sind bisher abgelehnt. Die Kongregation der Erlöserschwestern hat sich entschlossen, die Menschen nicht alleine zu lassen. Sie finanzieren das Projekt ein weiteres Jahr. „Für uns (die Erlöserschwestern) steht es außer Frage, der Sorge um geflüchtete Menschen Rechnung zu tragen und sich ihrer anzunehmen.“
Dafür unsere Anerkennung mit dem Goldenen Löwenzahn 2019 und eine kleine finanzielle Unterstützung.

 

 

Goldener Löwenzahn 2016

Der »Goldenen Löwenzahn« 2016 geht an die Augustiner Würzburg, die »Mut haben, auch mit Traditionen zu brechen«. Dies zeige sich schon in der neuen Form der Kirchengestaltung ohne Oben und Unten, einer »niederschwelligen Kirche«, die offen ist für alle Christen und einer gelebten Ökumene für alle Menschen und Christen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften (Pastorin Susanne Wildfeuer).
Pfarrer Burkard Hose hob in seiner Laudatio die innere und äußere Wandlungskraft der Augustiner hervor, die mit der räumlichen Umgestaltung der Kirche im Jahr 2011 neu in Schwung gekommen sei. So versammeln sich beispielsweise alle Gottesdienstbesucher ohne Standesunterschiede um den gleichen Tisch zum Mahl für alle. Seit 2015 sei beispielgebend der Wohnraum im Augustinerkloster »über die Grenzen hinweg« auch für muslimische Studenten geöffnet.

Zum Nachlesen:
Leitet Herunterladen der Datei einDie Laudatio von Susanne Wildfeuer und die
Leitet Herunterladen der Datei einLaudatio von Burkard Hose

 

Bei der Preisverleihung (v.l.): Matthias Lotz und Claus Schreiner (Münnerstädter Kreis), P. Lukas, Br. Carsten, Br. Peter und P. Alfons (Augustiner Würzburg), Susanne Wildfeuer und Burkhard Hose

 

Goldener Löwenzahn 2012

Als besondere Auszeichnung und Anerkennung ihres mutigen Eintretens für eine moderne und reformierte Kirche erhielten die Pfarrerinitiative Österreich und die Pfarrerinitiative der Diözese Würzburg den »Goldenen Löwenzahn 2012«. »Man muss für die eigene Überzeugung einstehen, auch gegen Widerstände«, betonte Prof. Kaspar, Vorstandsmitglied der PI Österreich. »Der Gehorsam gegenüber Gott und dem eigenen Gewissen ist wichtiger als der gegenüber einer kirchlichen Ordnung.« Die Pfarrerinitiativen setzen sich für ein neues Priesterbild und die gemeinsame Verantwortung des Gottesvolkes für eine lebensnahe Kirche ein. Hierfür treten sie solidarisch in der Öffentlichkeit ein.

 

Bei der Übergabe des»Goldenen Löwenzahn«: Prof. Peter Paul Kaspar, Mitglied des Vorstands der Pfarrerinitiative Österreichische Pfarrerinitiative und Claus Schreiner (Foto oben, v.r.) und Karl Feser und Matthias Karwath von der Pfarrerinitiative mit Claus Schreiner und Matthias Lotz, Sprechern des Münnerstädter Kreises (Foto unten, v.l.) .

Goldener Löwenzahn 2007

Der Münnerstädter Kreis zeichnet 2007 das Nagelkreuzzentrum Würzburg in Anerkennung ihres Programms "Erinnerung bewahren - Versöhnung leben" und für ihr vielfältiges ökumenisches Friedensengagement aus. Als äußeren Beitrag stiftet er die neue Versöhnungsplatte in französicher Sprache vor der St. Stepahnskirche in Würzburg.

 

 

 

 

Goldener Löwenzahn 2006

geht an den Verein »Vita e.V." in Gemünden, der mit großem Engagement und Erfolg im Bereich »Integration von Aus- und Übersiedlern und Migranten" tätig ist - ausschließlich ehrenamtlich.

 

 

 

 

Goldener Löwenzahn 2004

an die Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal für ihr unermüdliches Engagement für die Bewahrung der Schöpfung. Bei der Übergabe (v.l.): Vorsitzender Sebastian Schönauer, stv. Vorsitzender Erich Perchermeier, Schriftführerin Christiane Ehehalt, Ulrich Geißler und Alfred Streib

 

 

 

Goldener Löwenzahn 2000

Im Jahr 2000 wurden die Beratungseinrichtungen "Frauen beraten" (Würzburg) und "Donum vitae" (Aschaffenburg), die im Bereich Schwangerschaftskonfliktberatung tätig sind, mit dem Goldenen Löwenzahn ausgezeichnet. In Würzburg bei der Preisübergabe (v.l.): Vorsitzende Hannelore Siegler, Matthias Lotz und Claus Schreiner (beide MK) sowie Elle Grosse-Grollmann (Frauen beraten)

 

 

 

 

Goldener Löwenzahn 1999

Der Preis ging 1999 an die zwei Wortgottesdienst-Teams aus Kreuzwertheim und Kirchlauter/Neubrunn für ihre beispielhaften Initiativen, Gottesdienste (auch ohne Priester) in den Gemeinden anbieten und feiern zu können.

Goldener Löwenzahn 1996

Den zweiten "Goldenen Löwenzahn" erhielt 1996 die Hausaufgabenhilfe Güntersleben für ihr vorbildhaftes soziales Engagement.

Goldener Löwenzahn 1994

Den ersten "Goldenen Löwenzahn" erhielt 1994 der Pfarrgemeinderat Rimpar (Joachim Riedmayer, 2. v. r.) für sein Ausschreibungsverfahren für einen neuen Pfarrer. Auch der Afrika-Club (J.P. Mambu-Mbuka, links und Robert Wimmer, ganz rechts) und die Ökumenischen Werkstattgottesdienste (Johannes Horster, 2. v. l.) erhielten Auszeichnungen.

 

 

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